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AQUA 1/2002

Neun Fra­gen an Lothar

 

Lothar Schubert

AQUA Wie hei­ßen Sie?
Lothar Lothar Schubert.

AQUA Wie alt sind Sie?
Lothar 35 Jahre.

AQUA Wo woh­nen Sie?
Lothar Haupt­stra­ße 51, 56858 Liesenich.

AQUA Was haben Sie gelernt?
Lothar Schwimmlehrer.

AQUA Was machen Sie jetzt?
Lothar Im Moment ist es so, dass ich als Schwimm­leh­rer arbei­te. Ich betreue die 2. Bun­des­li­ga­mann­schaft von Sim­mern und die Tri­ath­le­ten von Bad Kreuz­nach. Und glück­li­cher­wei­se, seit Anfang Dezem­ber 2001, auch die ers­te Mann­schaft vom SSV Bingen.

AQUA Haben Sie es sich bei uns anders vor­ge­stellt?
Lothar Ich bin her­ge­kom­men, offen für das, was auf mich zukommt.

AQUA Wen wol­len Sie mit­brin­gen?
Lothar Ich fän­de es schön, wenn jun­ge Schwim­mer, die ich in der Schwimm­schu­le in Bad Kreuz­nach schon eine Zeit lang betreue, zum SSV Bin­gen zum Schwimm­trai­ning kom­men würden!

AQUA Wie wer­den Sie das Trai­ning gestal­ten?
Lothar Das Trai­ning soll so gestal­tet wer­den, dass am Anfang Auf­wärm – und Deh­nungs­übun­gen ste­hen, tech­ni­sche Ein­hei­ten sich abwech­selnd mit Grund­la­gen­trai­ning und für Sport­ler, die sich mehr für die Lagen­stre­cken ent­schei­den, wird mehr Schnel­lig­keits­trai­ning eingebaut.

AQUA Was sind ihre Zie­le für die Zukunft?
Lothar Ich möch­te, dass die Schwim­mer, die ich betreue, mit Spaß und Freu­de zum Trai­ning kom­men und ihre schwimm­tech­ni­schen und kon­di­tio­nel­len Fähig­kei­ten ausbauen.

 

Lan­des­ju­gend­tref­fen 2001 in Kaiserslautern

Wie jedes Jahr fand am letz­ten Wochen­en­de der Som­mer­fe­ri­en das Lan­des­ju­gend­tref­fen statt. Die­se Mal tra­fen sich die Mit­glie­der der rhein­land-pfäl­zi­schen Ver­ei­ne im Warm­frei­bad in Kaiserslautern.

KAISERSLAUTERN — Wir tra­ten unse­re Rei­se nach K‘lautern am Sams­tag mor­gen um 8:00 Uhr an, so dass wir um 9:00 dort anka­men und mit dem Auf­bau der Zel­te began­nen. Um 11:00 Uhr fand die Begrü­ßung durch den Lan­des­ju­gend­wart Tho­mas Ehlers statt, und ab die­sem Zeit­punkt war das Lan­des­ju­gend­tref­fen offi­zi­ell eröff­net. Ab 12:00 war dann Spiel und Spaß ange­sagt. Ange­bo­ten wur­de Bati­ken, eine Olym­pia­de, Was­ser­bet­ten­kämp­fe, Bade­kap­pen­fül­len und Wasseraerobic.

Jeder Teil­neh­mer konn­te außer­dem einen Fuß­ab­druck auf ein gro­ßes Laken dru­cken. Ab 17:30 Uhr gab es dann Abend­essen und alle Teil­neh­mer erwar­te­ten gespannt die Dis­co am Abend. Lang­sam wur­de es dun­kel – und sau­kalt – und DJ Smo­ke begann mit einer Dis­co, bei der alle Jugend­li­chen (und Mut­tis, Papis, Betreu­er) sicht­lich Spaß hat­ten. Gegen 23:00 Uhr – wir waren alle schon ziem­lich müde und durch­ge­fro­ren – begann auch der ers­te Teil der Jux­staf­feln, zu denen sich die Teil­neh­mer am Nach­mit­tag ein­ge­tra­gen hat­ten. Alle waren beim Klet­tern über Tische und Bän­ke ziem­lich bemüht, doch sehn­ten wir uns alle nach unse­ren war­men Schlaf­sä­cken. Schon um 7:00 Uhr am nächs­ten Mor­gen war unse­re (kur­ze) Nacht vor­bei und es gab Früh­stück. Danach waren die rest­li­chen Staf­feln im Was­ser und an Land an der Reihe.

Im Anschluss an die Jux­staf­feln wur­de uns noch ein Auf­tritt der Kader Turm­sprin­ger vor­ge­führt. Mit gro­ßem Inter­es­se ver­folg­ten wir die Sprün­ge der zehn– bis acht­zehn­jäh­ri­gen Ath­le­ten vom ein bis zehn Meter Brett, und anschlie­ßend began­nen wir mit dem Abbau der Zel­te. Nach dem Mit­tag­essen war es dann end­lich soweit: Sie­ger­eh­rung der Jux­staf­feln. Unse­re „Bin­ger Hammerhaie“kamen dann auch unter einem Dut­zend Mann­schaf­ten auf einen beacht­li­chen fünf­ten Platz. Danach tra­ten wir lang­sam unse­ren Heim­weg an. Es war wie die Jah­re zuvor ein tol­les Wochen­en­de gewesen.

SSV Bin­gen — ein Ab und Auf?

Wenn die kleins­ten der Klei­nen auf dem Start­block ste­hen, bleibt kei­ner der Zuschau­er am Becken­rand ruhig ste­hen. „Auf die Plät­ze, …“- die Kame­ra läuft –„Pfiff!“, und ein Blitz­licht­ge­wit­ter fährt durch die Hal­le. Manch ein Eltern­teil, der dem Spek­ta­kel zum ers­ten Mal bei­wohnt, erscheint in die­sem Augen­blick ner­vö­ser als der jun­ge Wett­kämp­fer selbst. Und nie­mand ver­gisst wohl die letz­ten fünf auf­re­gen­den Meter bis zum Ziel.

Zugleich ers­te Bewäh­rungs­pro­be für den Lothar‘schen Weih­nachts­mann, ent­wi­ckel­te sich die Ver­eins­meis­ter­schaft 2001 und anschlie­ßen­de Fei­er zu einem Mei­len­stein auf dem Weg eines Schwimm­ver­eins, der den Genera­ti­ons­wech­sel mög­li­cher­wei­se bewäl­tigt hat. Per­sön­lich unver­ges­sen blei­ben die mar­kerschüt­tern­den Auf­for­de­run­gen Gise­la Lun­ken­hei­mers – neckisch Lun­ki gedutzt – an ihre Schütz­lin­ge, sich nun aber bit­te flugs zum Start­block zu bege­ben, ohne in der Zwi­schen­zeit diver­se erfolgs­stei­gern­de Opti­mie­run­gen der Schwimm­tech­nik zu ver­ges­sen, die ihnen erst weni­ge Minu­ten frü­her in ein­dring­li­cher Wei­se näher gebracht wur­den. Ihr gegen­über stan­den inner­halb weni­ger Jah­re vier Trai­ner als Super­vi­sor der ers­ten Mann­schaft – zuletzt die Schwim­me­rin Jen­ni­fer Franz.

Nach einem sicher nicht ein­fa­chen Jahr für den Ver­ein arbei­te­te sie enga­giert und mit gro­ßem Ambi­tio­nis­mus in ihrer Frei­zeit am Wie­der­auf­bau der Mann­schaft. Unter dem häu­fi­gen Trai­ner­wech­sel stark in Mit­lei­den­schaft gezo­gen hielt sich so zu guter Letzt ein wacke­rer Rest von sechs bis sie­ben Schwim­mern, die sich in regel­mä­ßi­gen Abstän­den in Jen­nys Obhut bega­ben, um sich von ihr im 10-Sekun­den-Takt über die Wel­len jagen zu las­sen. Auch nach der Zusa­ge zu Jen­nys Stu­di­en­platz in Osna­brück bewies das Team kaum für mög­lich gehal­te­ne Dis­zi­plin und Aus­dau­er beim Ein­hal­ten des Pro­gramms, selbst wenn ein skla­visch genau­es Durch­schwim­men nach vor­ge­leg­tem Trai­nings­plan kaum der Fall war. Doch auch die größ­te Moti­va­ti­on gerät mit der Zeit zuneh­mend in den Hin­ter­grund, wenn der Antrieb von außen fehlt – sprich: Die anfäng­li­che Freu­de über ent­spann­te Trai­nings­ta­ge und die Mög­lich­keit zum Aus­tausch der letz­ten Tratsch­ge­schich­ten mit der Schwimm­kol­le­gin ent­wi­ckel­te sich zuse­hendst zu einer gäh­nen­den Ses­si­on, deren Über­zie­hen um fünf oder zehn Minu­ten kei­ne Rol­le mehr spiel­te. Die neu­er­li­che Kri­se blieb nun auch den Bei­ste­hen­den nicht mehr ver­bor­gen, als da der Bin­ger Co-Ver­ein SV Bin­ger­brück schon sei­ner­seits von dem „Abwerben“einer 25-Meter-Bahn vom SSV reden mach­te. Auf der ande­ren Sei­te erreich­te den mit der neu­en Situa­ti­on kon­fron­tier­ten Vor­stand ein Unter­schrif­ten­brief, der die Aus­gangs­la­ge noch­mals mit aller Sor­ge dar­stell­te und eine Lösung des Pro­blems for­der­te. Soweit nichts neues.

Ein klei­ner Zeit­sprung: Ein Mon­tag Nach­mit­tag im Büdes­hei­mer Hal­len­bad. Die ers­te Mann­schaft des SSV Bin­gen trifft sich wie üblich zum Trai­ning… und erkennt sich selbst nicht wie­der: Drei­zehn Schwim­mer tum­meln sich am Becken­rand und lau­schen gebannt den Wor­ten eines jun­gen Man­nes Mit­te drei­ßig, der sich son­der­bar räkelnd und win­dend den Unter­schied zwi­schen Enten– und Hun­de­kraul klar zu machen ver­sucht. Der Ver­such, sich nun schließ­lich selbst pad­delnd und grün­delnd in Bewe­gung zu set­zen, endet der­ma­ßen mit Lach­krämp­fen, dass man die nächs­te Übung schon beim Start nicht mehr erwar­ten kann. Mit dem guten St. Nik‘laus der Weih­nachts­fei­er scheint die Welt wie­der in Ord­nung, kehrt wie­der Moti­va­ti­on und vor allem Spaß ein. Ist das unse­re Zukunft, sehe ich auch im nächs­ten Jahr wie­der die auf­ge­reg­ten Eltern am Becken­rand ste­hen, jun­ge Schwim­mer an ihrer Tech­nik fei­len und die Gro­ßen über die Wel­len jagen.

Dann geht es wie­der auf!

Jen­ni­fer Franz — Das Interview

AQUA Jen­ny, du stu­dierst nun schon ein gutes Vier­tel Jahr. Wie gefällt dir dein Stu­di­en­ort Osna­brück, dei­ne neue Umge­bung und dei­ne Fächer nach die­ser Zeit?
Jen­nySeit dem 15. Okto­ber 2001 stu­die­re ich in der Welt­stadt Osna­brück mit doch beein­dru­cken­den 165 Tau­send Ein­woh­nern!! Ehr­lich gesagt, als ich die Bestä­ti­gung fürs Stu­di­um bekom­men habe und dann hör­te: Osna­brück, war mir doch etwas mul­mig. Osna­brück sind doch 400 Kilo­me­ter von zu Hau­se ent­fernt! Für die, die nicht wis­sen, wo Osna­brück ist, es liegt zwi­schen Müns­ter in West­fa­len und Bre­men, nahe der hol­län­di­schen Gren­ze. Ansons­ten ist es hier doch sehr schön, natür­lich nicht zu ver­glei­chen mit dem schö­nen Bin­gen und der tol­len Rhein­ge­gend, aber für eine Groß­stadt fin­de ich OS super schön.

Da ich mal Sport­ma­na­ge­rin wer­den will, gibt es nicht viel Aus­wahl in Deutsch­land, die­ses zu stu­die­ren. Des­halb bin ich hier gelan­det. Offi­zi­ell stu­die­re ich jetzt Sport­wis­sen­schaf­ten als Haupt­fach und habe die Neben­fä­cher VWL und Poli­tik, das Gan­ze auf Magis­ter neun Semes­ter Regel­stu­di­en­dau­er. Ich bin sehr zufrie­den mit mei­nen Fächern und kann mich wenig beschweren. 🙂

AQUA Auf­grund der Ent­fer­nung kannst du nur alle drei bis vier Wochen nach Hau­se, sprich Trechtin­g­s­hau­sen. Ist es dei­ner Mei­nung nach eine gro­ße Umstel­lung?
Jen­nyWie gesagt, 400 Kilo­me­ter sind schon ne Men­ge: Und am Anfang hat­te ich schon ein wenig Bam­mel, aber mit 22 Jah­ren war es auch lang­sam Zeit, von zu Hau­se weg zu kom­men. Natür­lich wäre es mir lie­ber gewe­sen, wenn ich mein Stu­di­um in Mainz ver­brin­gen könn­te, aber so ein Orts­wech­sel bringt auch vie­les Posi­ti­ve mit sich. Ich habe mei­ne eige­ne klei­ne Bude, neue Leu­te ken­nen ler­nen, selbst wie­der Zeit zum Schwim­men und end­lich den ersehn­ten Beruf anstre­ben. Heim­weh habe ich sehr sel­ten, klar feh­len mir mei­ne Freun­de von daheim, mei­ne SSV-Kids und natür­lich mein Freund. Aber es lässt sich irgend­wie arrangieren.

AQUA Der ers­te Weg, den du ein­ge­schla­gen hast, war eine bank­in­ter­ne Aus­bil­dung, die du nun erst kurz vor Stu­di­en­an­tritt abge­schlos­sen hast. Schweb­te dir der Stu­di­en­wunsch schon län­ger vor, oder kam die Ent­schei­dung eher kurz­fris­tig?
Jen­ny Sport­ma­nage­ment woll­te ich auch schon direkt nach dem Abi stu­die­ren. Vor zwei Jah­ren war Sport­ma­nage­ment noch ganz neu, und des­halb hat­te ich mich nur an der FH in Rema­gen bewor­ben. Ich hat­te lei­der kein Glück, bei den 20 zu ver­ge­ben­den Plät­zen dabei zu sein. In der Hin­ter­hand hat­te ich die Bank­aus­bil­dung. Bei zwei Eltern­tei­len, die Bank­kauf­leu­te sind, war dies nicht fern. Ich bin auch sehr froh, die Aus­bil­dung gut abge­schlos­sen zu haben. Ich bereue es kei­nes­wegs. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Nach mei­ner Prü­fung habe ich eine sehr inter­es­san­te Stel­le bekom­men mit eige­nem Büro und eige­nen Sekre­tä­rin­nen. Das war echt cool. Des­halb fiel mir die Ent­schei­dung, die Kün­di­gung ein­zu­rei­chen, nicht gera­de leicht. Aber ich hät­te es spä­ter bereut, die gebo­te­ne Chan­ce nicht ergrif­fen zu haben.

AQUA Bei dei­ner Fächer­kom­bi­na­ti­on hast du einen klei­nen Tausch vor­ge­nom­men. War­um das?
Jen­nyDas ist rich­tig. Mein Haupt­ziel ist ja das Sport­ma­nage­ment. An einer FH hät­te sich alles dar­auf aus­ge­rich­tet, doch dort sind die Plät­ze sehr begrenzt. An einer Uni stu­diert man Sport­wis­sen­schaf­ten auf Magis­ter. Bei einem Magis­ter­stu­di­um muss man ent­we­der zwei Haupt­fä­cher oder ein Haupt­fach mit zwei Neben­fä­chern bele­gen. Das Haupt­fach war klar, Sport­wis­sen­schaf­ten. Bei den Neben­fä­chern war es schwe­rer. Die Wahl fiel auf VWL und Infor­ma­tik. VWL kann­te ich schon aus der Bank­aus­bil­dung, Infor­ma­tik klang ein­fach gut. Ein Irr­tum. Infor­ma­tik ist sau­sch­wer. Des­halb gab ich es nach vier Wochen auf und ent­schied mich für Poli­tik. Ich bereue es kei­nes­wegs. 🙂 Poli­tik ist eben­falls sehr inter­es­sant, und mei­ne drei Fächer bie­ten mir sehr viel Abwechslung.

AQUA War es dir ein beson­de­rer Wunsch, dein spä­te­res Berufs­le­ben mit dem Schwimm­sport zu ver­bin­den?
Jen­nySchwimm­sport muss es nicht direkt sein, aber es wäre schön. Mir ist es nur sehr wich­tig, dass ich dem Sport treu blei­be. Ohne geht ein­fach nicht lan­ge. Wenn ich schon nicht selbst Sport trei­ben konn­te, muss­te ich wenigs­tens dabei sein. Auch „Trai­ner­sein“ ist mir sehr ans Herz gewach­sen. Ich habe hier in OS einen Anfän­ger­schwimm­kurs über­nom­men und ver­tre­te öfters mei­ne Kol­le­gen. Ich kann es ein­fach nicht las­sen. Ein Hob­by von mir, „Kin­der quä­len“. 🙂 Ich hof­fe, dass ich einen Beruf im Sport­bund fin­de oder in einem gro­ßen Ver­ein. Das wäre echt klasse!

AQUA Wie vie­len bekannt, hast du im Lau­fe dei­ner Schwimm­kar­rie­re, und ich den­ke das Wort Kar­rie­re ist hier ange­bracht, nicht nur auf Lan­des­ebe­ne eine Rol­le gespielt son­dern auch natio­nal stark mit­ge­mischt. Gibt es ein Ereig­nis, auf das du beson­ders stolz bist, das dir sehr gut in Erin­ne­rung geblie­ben ist, oder spiel­ten Medail­len und Sekun­den eine eher unter­ge­ord­ne­te Rol­le?
Jen­nyOh, da gibt es eini­ges. Zu der jewei­li­gen Zeit war mir das selbst nie bewusst, wie schnell ich eigent­lich war. Erst jetzt stau­ne ich über mei­ne eige­nen Zei­ten. Fra­ge tau­chen auf wie: Hät­te ich ein Sport­in­ter­nat besu­chen sol­len? Hät­te ich zu einem grö­ße­ren Ver­ein wech­seln sol­len? Was wäre pas­siert, wenn ich mir nicht den Arm gebro­chen hätte?

Ich kann schon sagen, dass ich sehr stolz auf mich bin. Ein beson­de­res Ereig­nis für mich war das Jahr 1997. Das war mein ‘Durch­bruch’. Im März wur­de ich in Offen­bach zum ers­ten Mal offe­ne Süd­deut­sche Meis­te­rin über 800 Meter Frei­stil. Kur­ze Zeit spä­ter in Frei­burg kam ich als Vor­laufs­schnells­te über 400 Meter in den End­lauf. Das war cool. Wir sind mit dem Lied ‘The Eye of the Tiger’ ein­ge­lau­fen. Tja, auch hier wur­de ich Ers­te. Die Deut­schen Meis­ter­schaf­ten in Mün­chen waren der Höhe­punkt in die­sem Jahr. Über 400 Meter kam ich als ach­te Gera­de so in den End­lauf. Im End­lauf selbst wur­de ich 7. Viel weiß ich nicht mehr von die­sem Lauf, ich war nur rie­sig ner­vös: das TV und all die­se berühm­ten Schwim­me­rin­nen Dag­mar Haa­se, Kers­tin Kiel­gaß und und und. Was ver­blüf­fend ist, dass ich damals noch schnel­ler als Han­nah Stock­bau­er war. Über 800 Meter wur­de ich dann auch noch achte!

Ansons­ten waren für mich nie Medail­len wich­tig, ich war immer schon sehr selbst­kri­tisch und ach­te­te bzw. ach­te jetzt noch mehr auf die Zeit. An die­ser Stel­le möch­te ich ein Lob an Mar­tin Kalk los­wer­den. Dank ihm wur­de ich so schnell. Vie­len Dank!!

AQUA Der SSV Bin­gen ist ein klei­ner, über­schau­ba­rer Ver­ein, nicht zu ver­glei­chen mit den kon­kur­rie­ren­den Klubs der angren­zen­den Städ­te Mainz, Wies­ba­den oder gar Frank­furt. Beson­ders mit dem jähr­lich statt­fin­den­den ‚Inter­na­tio­na­len Schwimm­fest‘ ver­such­te der SSV bis dato die Attrak­ti­vi­tät die­ses Sports in der Regi­on zu för­dern, natio­na­le und inter­na­tio­na­le Talen­te nach Bin­gen zu holen. Doch lei­der gelang es im Lau­fe der Jah­re immer weni­ger, die­sen For­de­run­gen gerecht zu wer­den. Was denkst du ist der Grund dafür, und wie hast du mög­li­cher­wei­se ver­sucht, dem ent­ge­gen zu wir­ken? Wo lag dei­ne Moti­va­ti­on, neben dem Beruf und spä­ter Stu­di­um auch wei­ter­hin den SSV mit dei­ner Arbeit zu unter­stüt­zen.
Jen­nyTja, da bin ich ein wenig über­fragt. Ich war erst die letz­ten zwei­ein­halb Jah­re Trai­ne­rin, und das Anse­hen des Inter­na­tio­na­len hat schon vor­her gelit­ten. Wir hat­ten sehr viel Pech mit unse­rem Schwimm­bad, das war auch ein Fak­tor. Nach der Ver­an­stal­tung im Jahr 2000 hat­te ich vie­le Vor­schlä­ge für den nächs­ten Ter­min gemacht. Jedoch ent­schied sich die Ver­eins­füh­rung für einen ein­tä­gi­gen Wett­kampf mit dem Schwer­punkt auf Nach­wuchs. Mir wäre lie­ber gewe­sen, wenn ein Wett­kampf in der Form der frü­he­ren Jah­re raus­ge­sprun­gen wäre, aber durch die Schwimmbad­mi­se­re ist die­se Pla­ne­rei über­flüs­sig geworden.

Ich bin seit 1987 Mit­glied im SSV. Durch mein vie­les jah­re­lan­ges Trai­ning ist der Ver­ein ein Teil mei­nes Lebens gewor­den. Als Herr Kalk ankün­dig­te, bald auf­zu­hö­ren und weni­ger zu machen, war es für mich schwer, ihm mit­zu­hel­fen. Dass er dann plötz­lich ganz auf­hör­te, von jetzt auf gleich, war dann doch sehr über­ra­schend, und mei­ne eige­ne Schwimm­kar­rie­re wur­de still­ge­legt. Die letz­ten zwei­ein­halb Jah­re waren sehr schön, aber auch anstren­gend. Manch­mal hät­te ich mir mehr Unter­stüt­zung von Sei­ten der Schwim­mer und der Ver­eins­füh­rung gewünscht. Die Ent­schei­dung zu gehen, fiel mir nicht sehr leicht, aber ich fin­de es scha­de, dass kei­ne Reak­ti­on von der Ver­eins­füh­rung und sehr wenig von den Schwim­mern kam. Es wur­de vie­les für selbst­ver­ständ­lich und natür­lich ange­se­hen. Ein net­tes ‚Dan­ke­schön‘ oder ein ‚Auf Wie­der­se­hen‘ hät­te mich gefreut.

AQUA Was wünschst du dir für die Zukunft des Ver­eins, dei­ner Freun­de hier in Bin­gen und vor allem für dei­ne Zukunft?
Jen­nyIch hof­fe, dass der Ver­ein mehr Glück mit dem Schwimm­bad hat und wie­der ein tol­les und klas­se Schwimm­fest ver­an­stal­tet. Dann könn­te ich viel Wer­bung hier im hohen Nor­den machen und ein paar Ver­ei­ne mit­brin­gen. Ein Trai­nings­la­ger könn­te auch wie­der fri­schen Wind mit­brin­gen. Mei­ne Ver­su­che sind lei­der durch Teil­neh­mer­man­gel fehl­ge­schla­gen. Für die 1. Mann­schaft wün­sche ich viel Erfolg in die­sem Jahr, vor allem, dass ihr alle gesund bleibt. Ihr dürft euer eige­nes Ziel nicht aus den Augen ver­lie­ren und müsst den inne­ren Schwei­ne­hund über­win­den und flei­ßig trainieren.

Für mich selbst wün­sche ich mir Fleiß fürs Ler­nen und Trai­nie­ren. Ich hof­fe, dass ich mein Stu­di­um gut schaf­fe und mei­nen Traum­job finde.

AQUA Dan­ke für das Inter­view aber natür­lich auch dein Enga­ge­ment, dei­ne Zeit und am wich­tigs­ten dei­ne Geduld mit uns wäh­rend der vie­len gemein­sa­men Stun­den. Viel Glück und Erfolg für dei­ne Zukunft!
Jen­nyIch will noch mal sagen, dass ihr mir echt fehlt und hof­fe, dass ihr mich nicht alle ver­ges­sen werdet.

Ich wer­de euch bald wie­der besuchen.

Vie­le lie­be Grü­ße an alle, Eure Jenny!!!! 🙂

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